23. September 2026

XRechnung oder ZUGFeRD: Was ist der Unterschied und was brauchst du als Handwerker?

Inhalt

Seit Anfang 2025 gelten in Deutschland neue Regeln für Rechnungen zwischen Unternehmen. Eine E-Rechnung muss seitdem in einem strukturierten elektronischen Format vorliegen, sodass Rechnungsdaten automatisch verarbeitet werden können. Eine einfache PDF-Datei zählt dagegen als sogenannte „sonstige Rechnung“. 

Diese Regelungen betreffen auch das Handwerk. Für Betriebe tauchen dabei zwei Begriffe auf: XRechnung und ZUGFeRD. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied und welches der beiden E‑Rechnungsformate ist für den Handwerkeralltag sinnvoller? Die Antworten auf diese Fragen erhältst du in diesem Blogbeitrag.

XRechnung oder ZUGFeRD: Was ist der Unterschied?

Im letzten Blogbeitrag zum Thema E‑Rechnung haben wir uns damit beschäftigt, warum eine PDF nicht gleich eine E‑Rechnung ist. Nun beschäftigen wir uns mit den E‑Rechnungsformaten.

In Deutschland gibt es zwei gängige Hauptformate für elektronische Rechnungen, die die Vorgaben der europäischen Norm EN 16931 erfüllen:

  • XRechnung: Ein rein strukturiertes XML-Format, das vorwiegend im Kontakt mit der öffentlichen Verwaltung (B2G) Standard ist.
  • ZUGFeRD: Ein hybrides Format, das eine menschenlesbare PDF-Datei mit integrierten strukturierten XML-Daten kombiniert.

XRechnung: Die Rechnung als strukturierter Datensatz

Eine XRechnung ist eine reine XML-Datei. Sie enthält die Rechnungsdaten strukturiert und so, dass eine Software sie automatisch auslesen und weiterverarbeiten kann.

Das ist für Menschen zunächst ungewohnt: Öffnest du eine XRechnung einfach auf deinem Computer, sieht sie nicht aus wie eine klassische Rechnung mit Logo, Positionen und Zahlungsziel.

Genau das ist aber auch ihre Stärke. Die Informationen stehen strukturiert zur Verfügung und können von Buchhaltungs- oder Rechnungssystemen automatisiert verarbeitet werden. Die XRechnung wurde insbesondere für den elektronischen Rechnungsaustausch mit öffentlichen Auftraggebern entwickelt. 

Für Handwerksbetriebe ist XRechnung deshalb besonders relevant, wenn du für Städte, Gemeinden, Behörden oder andere öffentliche Auftraggeber arbeitest.

Du führst z. B. als SHK-Betrieb Arbeiten für eine Kommune aus. Nach Abschluss des Auftrags soll die Rechnung elektronisch an die öffentliche Verwaltung übermittelt werden. Der Auftraggeber verlangt eine XRechnung.

Dann solltest du die Anforderungen des konkreten Auftraggebers und des jeweiligen Rechnungseingangsportals beachten.

Für Rechnungen an die Bundesverwaltung ist grundsätzlich die XRechnung in der jeweils gültigen Fassung vorgesehen. Unter bestimmten Voraussetzungen werden dort aber auch andere EN-16931-konforme Standards akzeptiert, darunter ZUGFeRD mit dem entsprechenden XRECHNUNG-Profil.

ZUGFeRD: PDF und XML in einer Rechnung

Eine ZUGFeRD-Rechnung hingegen funktioniert anders. Sie besteht in der hybriden Variante aus:

  • einer für Menschen lesbaren PDF-Datei und
  • einer eingebetteten XML-Datei mit strukturierten Rechnungsdaten.

Das PDF ist also die sichtbare Rechnung. Die XML-Datei liefert die Daten für die automatische Verarbeitung. Genau diese Kombination macht ZUGFeRD für viele Unternehmen besonders interessant. 

Sie sieht zwar wie eine ganz normale Rechnung aus, enthält unter der Haube aber strukturierte Rechnungsdaten, ähnlich wie eine XRechnung.

ZUGFeRD oder XRechnung: deine Entscheidungshilfe

Wichtig: Nicht jede ZUGFeRD-Version oder jedes Profil ist automatisch für jeden Anwendungsfall geeignet. Das BMF weist beispielsweise darauf hin, dass ZUGFeRD ab Version 2.0.1 grundsätzlich die Voraussetzungen erfüllen kann, bestimmte Profile wie MINIMUM und BASIC-WL aber ausgenommen sind.

Vom richtigen Format zur passenden Lösung

Die Entscheidung zwischen XRechnung und ZUGFeRD ist wichtig – für den Arbeitsalltag eines Handwerksbetriebs ist sie aber nur ein Teil der Lösung. Denn eine E-Rechnung muss nicht nur das richtige Format haben. Sie sollte möglichst ohne zusätzlichen Aufwand aus den bereits vorhandenen Auftragsdaten entstehen. 

Genau hier kommt die richtige Software ins Spiel.

Wenn Angebote, Aufträge, Leistungen, Arbeitszeiten, Material und Aufmaße bereits digital erfasst sind, müssen die Daten für die Rechnung nicht noch einmal manuell zusammengestellt oder in ein separates Rechnungsprogramm übertragen werden. Die Rechnung entsteht direkt aus dem bestehenden Arbeitsprozess und kann anschließend im passenden E-Rechnungsformat ausgegeben werden.

Der ideale Ablauf sieht beispielsweise so aus:

Kunde → Angebot → Auftrag → Leistungen → Zeiten → Aufmaß → Rechnung → E-Rechnung → Buchhaltung

Das reduziert doppelte Dateneingaben und vermeidet Medienbrüche. Die E-Rechnung wird damit nicht zu einem zusätzlichen Arbeitsschritt, sondern zum nächsten logischen Schritt im bestehenden Prozess.

So funktioniert die E-Rechnung mit dem Programm

Mit dem Programm lassen sich Rechnungen direkt aus dem bestehenden Auftragsprozess erstellen. Für E-Rechnungen stehen beide erforderlichen Formate zur Verfügung.

Gerade bei größeren Projekten zeigt sich der Vorteil: Aufmaß, Arbeitszeiten, Material und erbrachte Leistungen können direkt in die Rechnung einfließen. Die Daten müssen nicht noch einmal in ein separates Rechnungsprogramm übertragen werden.

Eine gute E-Rechnung beginnt deshalb nicht erst beim Versand. Sie beginnt bereits bei der digitalen Erfassung des Auftrags.

Fazit: ZUGFeRD oder XRechnung?

XRechnung und ZUGFeRD sind keine konkurrierenden Formate, zwischen denen jeder Handwerksbetrieb wählen muss.

  • XRechnung ist einfach vorwiegend bei öffentlichen Auftraggebern relevant, die ein strukturiertes Rechnungsformat verlangen.
  • und ZUGFeRD verbindet eine für Menschen lesbare Rechnung mit strukturierten Daten für die automatische Verarbeitung.

Für viele Handwerksbetriebe kann ZUGFeRD daher besonders praktisch sein. Wer öffentliche Auftraggeber abrechnet, sollte zusätzlich prüfen, welche Variante der XRechnung beziehungsweise welches Format der jeweilige Auftraggeber verlangt.

Entscheidend ist letztlich nicht nur das Format, sondern die Software dahinter. Eine wirklich digitale Rechnung ist mehr als eine PDF im E-Mail-Anhang: Sie sollte sich vom Auftrag bis zur Buchhaltung möglichst ohne Medienbruch weiterverarbeiten lassen.

Redaktioneller Hinweis: Für Pflicht, Übergangsfristen und aktuelle ZUGFeRD-Versionen sollten im finalen Beitrag insbesondere die Angaben des BMF und des FeRD als Primärquellen herangezogen und auf den Stand August 2026 geprüft werden.

 

Weiterführende Informationen

Teil 3 „E-Rechnung empfangen: Was braucht ein Handwerksbetrieb wirklich?“ aus unserer Blogbeitragsreihe zur E-Rechnung folgt am Mittwoch, den 30.09.2026.

Vivien Hemmersbach
Vivien Hemmersbach

SEO und digitales Marketing

Veröffentlich am:

Lesedauer:

Alle Daten immer dabei

Online im Büro, offline* auf der Baustelle. Mobile Zeiterfassung, Aufmaß für alle Gewerke, flexible  Arbeitsberichte, und vieles mehr!

*Offline Verfügbarkeit: Materialien/Leistungen sind auf 10.000 begrenzt.
 Dateien müssen einmal heruntergeladen werden, damit diese Offline verfügbar sind.

Display software of phone and iPad

Häufig gestellte Fragen zu XRechnung und ZUGFeRD

Ist ZUGFeRD eine E-Rechnung?

ZUGFeRD kann die Anforderungen an eine E-Rechnung erfüllen. Entscheidend sind dabei die verwendete ZUGFeRD-Version und das jeweilige Profil. Nach Angaben des BMF erfüllt ZUGFeRD ab Version 2.0.1 grundsätzlich die Voraussetzungen, wobei die Profile MINIMUM und BASIC-WL ausgenommen sind.

Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?

Die XRechnung besteht aus strukturierten XML-Daten und enthält keine klassische PDF-Ansicht. Eine ZUGFeRD-Rechnung kombiniert dagegen eine lesbare PDF-Datei mit einer eingebetteten XML-Datei. Beide Formate können Rechnungsdaten maschinell verarbeitbar bereitstellen.

Ist eine PDF-Rechnung eine XRechnung oder ZUGFeRD-Rechnung?

Nein. Eine normale PDF-Datei enthält zwar die sichtbaren Rechnungsinformationen, ist aber keine E-Rechnung im Sinne der gesetzlichen Vorgaben. Bei ZUGFeRD werden strukturierte XML-Daten zusätzlich in die PDF eingebettet. Eine XRechnung liegt dagegen als strukturierte XML-Datei vor.

Welche E-Rechnung ist für Handwerker besser: XRechnung oder ZUGFeRD?

Das hängt vom jeweiligen Auftraggeber und Anwendungsfall ab. Für viele Handwerksbetriebe im B2B-Bereich kann ZUGFeRD praktisch sein, weil die Rechnung weiterhin als PDF lesbar ist und gleichzeitig strukturierte Daten enthält. Bei öffentlichen Auftraggebern sollte dagegen geprüft werden, welches Rechnungsformat beziehungsweise welches Profil vorgeschrieben ist.

Kann eine Handwerkersoftware XRechnung und ZUGFeRD erstellen?

Ja, geeignete Handwerkersoftware kann Rechnungen direkt aus den vorhandenen Auftragsdaten in unterschiedlichen E-Rechnungsformaten erzeugen. Das hat den Vorteil, dass beispielsweise Leistungen, Arbeitszeiten, Material und Aufmaße nicht erneut in ein separates Rechnungsprogramm übertragen werden müssen. So lässt sich die E-Rechnung direkt in den bestehenden Arbeitsprozess integrieren.

Account Creation

#validation-code-invalid-message

WhatsApp Kontakt